Ein kleiner Bahnhof nur, weit ab vom großen Getriebe, und schon seit 1952 stillgelegt, doch mit eigenem Charme. Aber bevor ich mehr dazu schreibe, eine Ortsbestimmung:
Kartenausschnitt und Fahrplantabellen des Personenverkehrs aus dem Kursbuch für das Reich 1935
Wenigentaft=Mansbach war Kreuzungsbahnhof der talaufwärts führenden Ulstertalbahn Vacha - Tann (-Hilders - Wüstensachsen) und Ausgangs- / Zielbahnhof der zunächst dem Tal des Grüsselbachs bergan folgenden Strecke Wenigentaft=Mansbach - Hünfeld; beide Streckenzweige waren zur Zeit der DRG unter der Kursbuchnummer 171k zusammengefasst.
Der Personenverkehr diente vor allem der Bewältigung des Arbeiterverkehrs zu und von den Kaligruben in der Vachaer Region; hinzu kamen vor allem auf Strecke 171k Urlauber sommers wie winters.
Bhfs-Gelände Wenigentaft=Mansbach im Rohbau: links der Hausbahnsteig, an Gleis 2 ein abfahrbereiter Personenzug nach Hünfeld, rechts davon an Gleis 4 ein Personenzug nach Vacha; im Hintergrund (hinter dem vorderen Stellwerk) ein Schotterzug aus dem Basaltwerk Dietrichsberg auf den Übergabegleisen der Wenigentaft-Oechsener Eisenbahn. Wichtige Gebäude, allen voran das Empfangsgebäude (links vom Hausbahnsteig), aber auch die Ziegelei (links im Hintergrund vor dem Bergrücken). fehlen noch. Sie stehen - ebenso wie weitere Infrastrukr - auf dem Bauzettel.
Seit 1917 (Zeitpunkt der Aufnahme des Personenverkehrs auf der "Anschlussbahn"; Güterverkehr bereits seit 1912) war Wenigentaft=Mansbach [eigentlich Wenigentaft=Mansbach (WOeE), denn Wenigentaft=Mansbach gab es ja schon als Bahnhofs- bezeichnung für den Bhf der DR] zusätzlich Ausgangs- / Zielbahnhof der dem Bermbach talaufwärts folgenden Privatbahnstrecke nach Oechsen unter der Kursbuchnummer 171n.
Das Reichsgüterkursbuch von 1938, aus dem ich oben die komprimierte Fahrplantabelle 184 zeige, macht deutlich, dass die Relation Vacha - Wenigentaft=Mansbach - Hünfeld im Güterverkehr - neben den hier nicht ersichtlichen Kali- und Schottertransporten vorallem auf dem nördlichen Ast - auch im öffentlichen Verkehr ihre Bedeutung hatte. Sie war größer übrigens die als im Personenverkehr, was man auch daran ablesen kann, das Pläne für den zweigleisigen Ausbau bestanden, die abschnittsweise vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs schon in Bau gegangen waren, aber nutzlos unvollendet blieben.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Teilung gerieten die Strecken wegen des mehrfach mäandernden Grenz- verlaufs ins politische Abseits. Die Strecken - zu dem Zeitpunkt mit den Kursbuchnummern 190r und 190s - zerfielen ist ost- bzw. westdeutsche Rumpf- bzw. Inselstrecken oder wurden bereits 1952 stillgelegt. Meine Anlage ist so ein verkehrsgeschichtliches Erinnerungsstück für eine Vorbildsituation, wie sie auch an vielen anderen Stellen in Deutschland angetroffen werden könnte.
Bhf Wenigentaft=Mansbach, südlicher Bahnhofskopf mit dem im jetzigen Rohbaustadium noch unbewaldeten Standorfsberg. Links daran führt die Strecke weiter nach Geisa und Tann, von wo der eben einfahrende Rübenzug gerade gekommen ist. Rechts am Berg vorbei führt in mäßiger Steigung die Strecke nach Hünfeld, aus dem sich (im Hintergrund vor dem Berghang) ein Güterzug aus geschlossenen und Kesselwagen nähert. Hier fehlt noch der Wasserturm von Wenigentaft=Mansbach, rechts der Gleise. Er ist zwar schon fertig; da z.Zt. aber die Einfahrt umgebaut wird, ist das Ganze nicht präsentabel.
Schotterzug (WOeE) passiert die Taft-Brücke bei km 0,16 auf der Fahrt zum Übergabe=Bhf.
Schotterwagen-Leerzug (WOeE) auf der Ulster-Brücke bei km 0,262 auf der Fahrt zum Basaltwerk Dietrichsberg.
Nahansicht der Ulster-Brücke. Sie verfügt über vorbildgerecht seitenversetzte Vollprofilschwellen, die ich mit einem neuen
Gleisstil (nur Schienenprofil und Kleineisen) belegt habe.
Wegeunterführungen in dieser Bauweise für Wald- und Feldwege gibt es bei km 6,904 und km 7,478. Sie haben eine lichte Weite von 4,00 m; ihr lichte Höhe beträgt 4,30 m.
Personenzug 8 zwischen Dietrichsberg und Oechsen passiert den neuen Bachdurchlass für die Geblar (Name des Baches).
Inzwischen habe ich mich entschieden, neben dem Knoten-Bhf Wenigentaft=Mansbach doch den gesamten Verlauf der WOeE abzubilden. Das geht bei einer zweckmäßig hohen Rasterzahl für das Gelände nur mit Kompromissen: der Streckenverlauf ist "begradigt" und abschnittsweise auch ein wenig gestaucht. So gelingt es, alles auf einer Anlage von 9,60 x 1,64 km mit 178 Knoten / km unterzubringen. Das Bild zeigt das mit dem Höhenexplorer erstellte Geländeprofil mit Blickrichtung Osten, das allerdings durch das nachträgliche Drehen und Schneiden ordentlich gelitten hat.
Projekt Wenigentaft=Mansbach (Epoche II)
Status: Baubeginn 27.12.2011
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